Donnerstag, 24. September 2009

Einlauf :-(

24.09.2009 - 446. Tag / 1 Jahr und 81 Tage - 1 Jahr und 4 Tage korrigiert

Die Tagesmütter waren mit uns auf dem Spielplatz !!! Ein Mordsspaß...

Ab halb fünf hatte ich dann wieder tierische Bauchweh und habe mich auch bei der Krankengymnastik nur kurz beruhigt. Wir mußten dann abbrechen und Papa hat schnell aus der Apotheke "Babylax" - Miniklistiers geholt.
Ich hab momentan so einen harten Bauch und quäl mich dermaßen, so geht das nicht weiter !
Das Bild ist von morgens - abends war ich so verheult und verquollen - das war nicht mehr vorzeigbar...

Mein aktueller Medikamentenplan ist ordentlich zusammengeschrumpft:
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D Fluorette - 1 Tablette - 1 x täglich
NaCL 5,85 % - 1,00 ml - 4 x täglich
Euthyrox - 30,00 µ - 1 x täglich
Olivenöl - 0,50 ml -4 x täglich
Sildenafil - 3 mg - 4 x täglich

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Rückblick - Heute vor einem Jahr:

Im September 2008 war meine Entlassung aus dem Krankenhaus geplant.
Gestern vor einem Jahr hatte die Ärztin Mutti mitgeteilt, sie möchte doch mal drüber nachdenken, ob sie 1 oder 2 Tage in der Klinik wohnen und mich den ganzen Tag selbständig betreuen möchte.
Heute vor einem Jahr wurde sie dann erneut darauf angesprochen, von einer der Damen vom "Bunten Kreis" (einer Nachsorgeeinrichtung für Eltern und deren Kinder, die krank aus dem Krankenhaus entlassen werden).
Mutti hatte erneut freundlich mitgeteilt, das sie das nicht möchte. Sie wollte einfach nur mit mir nach Hause, ohne "Probewohnen".
Das führte dann zu Unverständnis und Mutti hat sich mal wieder geärgert. Sie hatte sich nämlich schon ein paar Mal geärgert, weil sie ihren Behördenkram gut alleine erledigen kann und schon längst alles veranlaßt hatte, was ihr anheim gestellt wurde.
Bevor Mutti ein Magengeschwür bekommt, hat sie nachmittags zum Telefonhörer gegriffen und sehr sachlich und bestimmt mitgeteilt, das sie für die weitere Zusammenarbeit mal ein paar Punkte geklärt haben möchte.
Nämlich das sie meinen Behördenkram etc. alleine regeln kann und es vor allem auch alleine machen möchte. Sie nimmt gerne Hinweise entgegen, wenn sie bestimmte Punkte in Unkenntnis noch nicht angegangen ist, aber ansonsten mögen sich bitte alle da raushalten und ihr nicht dazwischen funken.
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Antwort:
Sie sind die erste Mutter, die sich nicht darüber freut, das ihr Arbeit abgenommen wird.
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Dann hat Mutti gesagt, das sie das „Probewohnen“ zwar ganz toll findet, das das für sie aber nicht in Betracht kommt und sie darum bittet, diese Entscheidung zu akzeptieren.

Antwort:
Wir handhaben das immer so, alle Mütter finden das total gut und sie sind die erste Mutter die das so vehement ablehnt und das verstehen wir hier alle nicht !

Mutti wollte daraufhin wissen, was das in der Konsequenz bedeutet. Bekommt sie mich nicht nach Hause, wenn sie das nicht macht ?

Antwort:
Wir haben eine große Verantwortung und entlassen die Kinder nur, wenn wir sicher sein können, das es ihnen dann auch gut geht.

Ah ja ! Interessant. Mutti stellte sich die Frage, inwiefern das bei anderen Kindern auch so praktiziert wird. Wenn ein Kind "normal" geboren wird und mit seiner Mutter nach 2-3 Tagen entlassen wird, fragt ja auch kein Mensch nach, wie es zuhause weitergeht und was dort passiert und wie die beiden miteinander klar kommen.

Antwort:
Aber sie haben ein krankes Kind !

Ah ja ! Damit kam Mutti der Sache dann so langsam auf den Grund. Das hatte sie ja schon in vielen Seminaren gelernt. Es ging hier gar nicht um die Sachebene (die Eisberspitze), sondern um die Gefühlsebene (also alles, was sich unter der Wasseroberfläche befindet und viel größere Ausmaße hat…).

Ihr wurde im Laufe des Gesprächs gesagt:
  • Das alle (Ärzte, Schwestern usw.) sich Sorgen machen, das ich nicht gut versorgt werde.
  • Mutti keine emotionale Bindung zu mir hätte und mich nicht liebt.
  • Mutti nur 1 oder maximal 2x täglich im Krankenhaus vorbeikommen würde, obwohl es ihr ja wohl möglich wäre, 3-4 x täglich dort zu erscheinen, da sie keine Kinder zuhause hätte, die zu versorgen wären und sie in Lübeck wohne.
  • Außerdem: Was sollte es für wichtige Dinge geben, die Mutti daran hindern, mehrmals täglich zu mir zu fahren ?
  • Mutti würde die Arbeit auf die Schwestern abwälzen.(Anmerkung:Mutti wird in Zukunft noch so viele Windeln wechseln und vollgekotzte Klamotten wechseln müssen - warum nicht die letzte freie Zeit genießen ?)
  • Mutti erweckt bei allen den Eindruck, das sie kalt und herzlos ist.

Mutti wollte wissen, was man denn von ihr erwarten würde, wie sie ihre Freude noch mehr kundtun könnte. Neulich hatte sie z.B. freudestrahlend die Frühchenklamotten gezeigt, die sie gerade gekauft hatte, hatte erzählt, das das Kinderzimmer fertig ist und darauf wartet, endlich bewohnt zu werden, war ganz aufgeregt, das ich nun wirklich bald entlassen werden soll und hat gesagt, wie sehr sie sich darüber und darauf freue usw. ...

(und sie hatte gedacht, das z.B. so was zeigt, das ich ihr am Herzen liege.)

Antwort:

Können sie ihre Bindung zu dem Kind nicht noch deutlicher zeigen ? Wir sind in großer Sorge !

Das Gespräch bekam dann erst eine Wendung, als Mutti sagte, sie wache morgens auf, denke an ihren kleinen Frosch und anschließend könnte sie kotzen, wenn sie daran denke, in die Klinik fahren zu müssen. (Jo – soviel zum Thema "Sachlichkeit" !)

Aber aus diesem einen Satz wurde geschlossen, das Mutti doch ein Herz hat !

Mutti hat ihr dann noch auf den Kopf zugesagt, das ihr ihre Ehrlichkeit (mal wieder) zum Verhängnis wird. Nur weil sie kein Geheimnis daraus gemacht hat, das ich kein Wunschkind bin und meine Eltern sich ernsthaft Gedanken über eine Adoption usw. gemacht haben, dreht man ihr jetzt einen Strick daraus.

Ich finde, meine Mutti und mein Papa haben das vor einem Jahr nach "nur" 13 ½ Wochen echt gut gemacht und sind mit der ganze Situation prima umgegangen.

Das sollen andere erstmal nachmachen… !


Und jetzt lasse ich mich von meiner eiskalten und herzlosen Rabenmutter ins Bett bringen - Gute N8 !

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